Untoter.Rentner at t-online.de

 

cave canem carpe diem

(Pass auf, wo Du hin trittst, wenn Du das Haus verlässt.)

 

 

(Der frühe Vogel fängt den Wurm NICHT - denn der ist Langschläfer. )

 

 

Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein.

(Software-Werbung aus den 80er Jahren)

 

Nur ein Depp nutzt ein Epp!

 

 

 

Anmerkung: Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit habe ich auf geschlechtsspezifische Bezeichnungen (z.B. "Mensch/Menschin") verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter.

 

Das ZDF hätte den angeblichen Krimi "Schmidt & Schwarz" besser als Doku "Meckern & Mobben" ausgestrahlt. Aber das ging wohl nicht wegen des Sponsorings durch die Tabakindustrie. Wer allerdings seinen Job aufgibt, weil er sich und andere nicht mehr mit Lungenkrebs versorgen darf, und ausserdem die Mitarbeiter von Nichtraucher-Lokalen beschimpft, der gehört nicht als Beispiel ins Fernsehen, sondern in die Psychiatrie.

Ich bin für ein totales Rauchverbot - auch in Parks und auf Flaniermeilen. Allerdings empfehle ich, in Zoos Reservate für die aussterbende Gattung der Luftverpester einzurichten, damit auch unsere Ur-Ur-Ur-Enkel diese Exemplare bestaunen können und sich gleichzeitig Redensarten wie "den kannst du in der Pfeife rauchen" erklären lassen.

 

Warum gibt es so viele Emojis?

Weil Message-Stammler ihren Buchstabensalat - lmia - damit aufmotzen, da sie unter Wortfindungsstörungen leiden. Natürlich hat das getippte Gelaber auch nicht mehr viel mit Sprache zu tun. Richtige Sprache würden Messagis wohl nicht mehr verstehen - und schon gar nicht geniessen können. Ich denke dabei zum Beispiel aus meiner Kindheit, mit dem ich zum ersten Mal etwas über Paradoxe erfuhr.

"Dunkel war’s, der Mond schien helle, schneebedeckt die grüne Flur, als ein Wagen blitzesschnelle, langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft, als ein totgeschoss’ner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief."

Übrigens war die Ballade "Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer dramatischer, fesselnder, ergreifender und wortgewaltiger als jeder Potter. Hier der erste Vers:

"Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm. Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß. Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell. Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann ..."

 

 

Warum ist es so wichtig, zuerst Deutsch statt Türkisch zu lernen? Wer nicht schon als Säugling Deutsch gesprochen hat, wird später keinen Rheinländer verstehen können. Nehmen wir zum Beispiel den typischen Satz: "Mich kann keiner, mir können sie alle." Verstehen Sie mehr als Bahnhofsvorplatz? Sinngemäß ist gemeint: Mich kann niemand zu etwas zwingen, mir können sie alle den Buckel runterrutschen.

 

In den 50er Jahren beklagte sich der Bruder meiner Mutter bei seiner Mutter, dass seine Verlobte ständig jammere, er würde ihr nichts bieten. Daraufhin meine Grossmutter: "Na, dann bitse doch wat. Bitse in de futt!" Translation: Nun, dann biete ihr doch etwas. Beisse sie in die Pobacken"

 

Mit dem PC läßt es sich beweisen; die Erde ist doch eine Scheibe:

 

 

Der weise Laotse sagte einst: „Wer losläßt, hat den Sinn des Festhaltens nicht verstanden.“

Heute, in der Ära von fun und Comedy, ist häufig die Rede vom „Loslassen“. Aber was soll man loslassen? Die eigene Meinung ? (Das machen schon die Politiker.) Ziele und Wünsche? Etwa das Ziel, das Rauchen aufzugeben, oder den Wunsch, im Alter genügend Geld zum Leben zu haben? Oder etwa Hoffnung und Träume? Zum Beispiel die Hoffnung, von einer schweren Krankheit zu gesunden? „Loslassen“ bedeutet „aufgeben“. Wer zu oft aufgibt, gibt irgendwann sich selbst auf. Und was bleibt dann? Ein paar Mineralien und ganz viel Wasser.

 

Ich war auf dem Mond

 

Wenn Spinnen weben, weben Spinnen Spinnenweben.

Besser ein Spatz in der Hand als Taubenscheisse auf dem Dach.

Eine Wespe macht noch keinen Bienenstich

Nicht jede Raupe wird ein Schmetterling.

Wo Rauch ist, da ist auch Asche.

 

Was sagte der paranoide Hypochonder? Mein Puls jagt mich und der Tod sitzt in meinem Darm.

 

 

Wie macht man einen Adler zum Hund? Indem man ihm B vorsetzt. (Eagle>Beagle)

 

 

Nur Dummys und Zombies sind wirklich cool

 

Stockwalker sind hyper-mega-out

 

 

Lebst Du schon oder hängst Du noch an der elektronischen (Handy-)Ohrfessel

 

 

Wer Alt trinkt, kommt in Stimmung.
Wer Kölsch trinkt, kommt ins Pissoir.

 

Eine Frau sagt zu ihrer Freundin: "Beim Sex wird mir immer so schwindelig!" "
Wie macht's ihr denn?"
"Ganz normal. Ich sitze auf seinen Knien."
"??... (Nachdenken) - und wo?"
"Na, auf dem Kettenkarussel natürlich!"

 

Kräht der Hahn auf dem Mist,
hat er in die Milch gepisst.

 

Friesisch-herb
Wedelt der Seehund mit dem Schwanz,
lädt die Kuni ein zum Tanz.

 

Die dralle Ralle
reißt mit ihrer Kralle
die Galle aus dem Kalle.
Da ist der Kalle - alle.

 

 

Mädchen, die kreischen,
und Hühner, die krähen,
sollt' man beizeiten
die Hälse umdrähen.
Altböhmische Volksweisheit

 

 

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Multipler Sklerose und Multipler Persönlichkeit?

Bei Multipler Sklerose weiß man, WAS man hat;
bei Multipler Persönlichkeit weiß man, WEN man hat.

 

Es ist ein Routine-Eingriff, sagte der Chefarzt, spätestens in zwei Tagen sind Sie hier wieder raus - tot oder lebendig.
Ratten sind intelligenter als Mäuse, denn Ratten verlassen das sinkende Schiff, das dann mit Mann und Maus untergeht.

 

Klein-Erna 1945 am Mittagstisch:
„Mamma, ich mag Opa nicht.“
„Halt den Mund und iss!“
„Mamma, aber ich mag Opa wirklich nicht.“
„Willst Du wohl endlich ruhig sein!“
„Mamma, ich esse aber nichts. Denn ich mag Opa nicht.“
„Verdammt noch mal“, die Mutter schlägt mit der Faust auf den Tisch: „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!“

 

Klein-Erna 1947 mit der Mutter im Keller.
Klein-Erna dreht den Schwengel der manuellen Waschtrommel.
„Mamma, ich mag nicht immer im Kreis laufen.“
„Halt den Mund!“
„Mamma, ich will nicht mehr im Kreis laufen.“
„Sei bloß ruhig, Klein-Erna. Sonst nagele ich dir den anderen Fuß auch noch auf dem Boden fest.“

 

 

 

 

Ohne Hasenjagd gibt’s kein Hirschragout

 

„Mein Eipott macht so komische Geräusche“, sagte der Junge. „Du hast keinen Eipott mehr“, antwortete die Großmutter, „das ist das Singen der Vögel.“

 

Fisch-Werbung in der KiTa

Ich und Du lieben die Kuh; Du und ich mögen nur Fisch. Denn wir sind Kinder, essen keine Rinder.

 

Zeitgeist ist geistlos

„Was dem Einen sein Sesam, ist dem Anderen sein Nachtfalter“ (altchinesische Vogelweisheit)

Nur Lemminge folgen dem Mainstream

Wer IN ist, ist vielleicht in seinem Darm

 

 

Verlo(re)(ge)ne Freiheit

Die Werbung hat uns die totale Kommunikationsfreiheit versprochen, doch nicht einmal auf dem WC darf man sein Handy noch ausschalten, wenn man nicht beschimpft, ausgefragt (wo warst Du denn??) oder aus dem Mainstream geworfen werden will. Und wehe Dir, Du schleppst in WLAN-City nicht ständig deinen Notebook mit Dir herum! Selbst wenn Dir der Ketchup dabei auf die Tastatur tropft, Du muß online sein!

 

 

Freiheit
Freiheit, ich will Dich vor allen Dingen;
ich laß mich nicht von Slogans bezwingen,
will mich nicht bei Comedians verdingen,
nicht meine Seele ins Fernsehen bringen.
Frei wie die Vögel in Lüften sich schwingen,
will ich gegen Zeitgeist und Coolness singen,
soll mein Text gegen Gurus erklingen;
drum ruf ich: Nieder mit den Lemmingen!

 

 

Wildschwein im Internet

Als Alois Hammer (Nickname AHA) den Goldenen Hirschen betrat, war es genau 12 Uhr. Trotzdem waren schon alle Teleport-Tische belegt. Deshalb begab er sich auf die Terrasse und suchte einen Sonnenschirm; wegen des leichten Nieselregens. Während der Kellner die Bestellung aufnahm (AHA wählte wie jeden Montag synthetisches Wildschwein), begann Alois mit dem Aufbau der Satelliten-Antenne. Er war gerade damit fertig, als der Kellner mit der Becarel-Pilz-Suppe kam. Also löffelte AHA mit einer Hand die Suppe, während er mit der anderen Hand seinen Nettie (Netz-PC) bediente und sich in das Sat-Internet einzuloggen versuchte. Natürlich waren mal wieder alle Transponder auf Astra Y belegt. Seufzend stand Alois auf und richtete die Antenne auf den Humpy-Satelliten aus. Das war zwar ein Pay-Comp-Satellit, aber AHA hatte keine Zeit, auf einen freien Kanal eines Non-Pay-Satelliten zu warten. Warten mußte er allerdings trotzdem, denn das Log-in beim Humpy erfolgte zwar schnell, aber der Downlink der Provider-Homepage dauerte insgesamt 30 Minuten. AHA mußte nämlich immer wieder seinen Browser mit Plug-ins füttern, weil der Provider diverse neue Multimedia-Quasi-Standards in seine Homepage integriert hatte. Schließlich konnte Alois aber doch ein Tabellenkalkulations-Programm downladen, um seine Berechnungen durchzuführen. Als AHA anschließend sein - inzwischen kalt gewordenes - synthetisches Wildschwein aß, dachte er daran, wie schön es früher gewesen sein mußte, als es statt der Netz-PCs noch richtige PCs mit Software gab.

 

 

Wenn Grillen grillen, grillen Grillen keine Grillen.

 

Pisa-Kinder unter sich: Pisa-Kind 1: „Wir fahren dieses Jahr einen ganzen Monat in Urlaub.“ Pisa-Kind 2: „Na und? Wir fahren sogar vier Wochen.“ Pisa-Kind 3: „Das ist doch gar nichts! Wir sind 30 Tage in Urlaub.“

 

 

 

Eine Krähe macht noch keine Politik

 

Steh auf, wenn du ein Deutscher bist!
Steh auf, wenn du nen Rollmops isst!
Steh auf, wenn du nen Bandwurm pisst!
Steh auf! Steh auf!

 

Auszug aus dem Bericht über ein gruppendynamisches Team-Training:

"Vor dem Seminar konnten einige Teilnehmer sich gegenseitig nicht leiden. Nach dem Seminar wußte jeder Teilnehmer, warum er die anderen nicht ausstehen kann."

Groupwork-Kämpfer

Zwar sagte mal ein Philosoph "Teamwork wird stets gepriesen, doch Einzelkämpfer sind die grünen Riesen" (womit er Bäume meinte), aber das hindert einige Experten nicht daran, seit Jahrzehnten eine Teamarbeit zu propagieren, die mittlerweile zum Groupworking avanciert ist.

 

Erfolg ist eine Frage der Rücksichtslosigkeit

 

Was ist paradox?

Wenn ein Distributor Einladungen zu einer Messe erst nach Abschluß der Messe verschickt.
Wenn der Vermarkter eines PC-Anrufbeantworters selbst nicht einmal einen normalen Anrufbeantworter besitzt.
Wenn Hersteller von Faxgeräten mit modernster Technik in ihren Presseabteilungen die 'ältesten Hündchen' einsetzen.
Wenn Unternehmen ihre Pressemitteilungen per eMail verschicken wollen, aber selbst keine eMail-Adresse angeben.
Wenn der Anbieter eines bekannten Programmes für das Electronic Banking von den Käufern Plastikgeld verlangt.
Wenn Redaktionen, die den elektronischen Geldverkehr als Non-plus-ultra darstellen, die Honorare per Scheck auszahlen.

 

Quälende Fragen zur Werbung:

der längste Geschmack - wie lang ist Ihre Zunge?

die meiste Kreditkarte - die meist geklaute?

 

Scheuklappen

Als vor über 100 Jahren durch Motor- oder Dampfbetriebene Fahrzeuge die Pferde-Fahrzeuge (Busse, Bahnen, Droschken) abgelöst wurden, landeten die Pferde in den Schlachtereien. Damals begann die Boomzeit der Pferde-Metzgereien, die zum großen Teil sogar noch den zweiten Weltkrieg überlebten, aber dann im Wirtschaftswunderland nicht mehr gefragt waren. Während die Rösser ihren letzten Gang antraten, überlegten ihre Besitzer, was sie mit dem Zubehör anfangen könnten. Das Sattelzeug verkauften sie an Bauern, Reitställe, Militär und Museen. Aber was sollte man mit den Scheuklappen machen, die alle Pferde im Verkehr hatten tragen müssen? Man schenkte sie den Medizinern. Und in deren Familien werden sie bis heute noch von Generation zu Generation vererbt.

 

Logistik 2084

Der Kunde George Orwell erzählt seinem PC, wie er sich ein Produkt - einen Multifunktionalen Computer-Kleiderschrank - vorstellt und welchen Preis er dafür bezahlen will. Der PC gibt diese Vorgaben automatisch an einen Agenten im Internet weiter, der daraufhin einen möglichen Lieferanten oder Hersteller sucht und diesem die Vorgaben mitteilt. Falls der Hersteller den Auftrag akzeptiert, analysiert ein anderer Internet-Agent die bestmöglichen Gliedern in der Logistik-Kette; er wählt sowohl den Transportweg und den Spediteur als auch den Großhändler/Distributor und den Fachhändler (der dem Standort des Kunden am nächsten liegt) aus. Alle Glieder in der Logistik-Kette erhalten vorab entsprechende Informationen.

Ist das Produkt beim Hersteller/Lieferanten abholbereit, so übernimmt ein anderer Internet-Agent die logistische Steuerung, in dem er - ähnlich wie beim Workflow im Büro - produktbegleitend die Informationen an die jeweiligen logistischen Glieder weitergibt. Diese Informationen stammen einerseits von dem sich selbst identifizierenden Produkt, andererseits von einem weiteren Internet-Agenten, der mittels GPS (Global Positioning System) die Transportstrecke überwacht und Störungen/Staus meldet sowie Ausweich-Vorschläge macht.

Beim Eintreffen der Ware beim Endkunden sorgt wieder ein anderer Internet-Agent dafür, daß alle Glieder in der logistischen Kette die ihnen zustehende Bezahlung auf ihren Konten gutgeschrieben erhalten. Sollte der Kunde zahlungsunfähig sein, sorgt ein Internet-Agent für den bestmöglichen Rücktransportweg und die Eintragung des Kunden in die rote Internet-Liste.

NS: Sollte das Produkt auf dem Transportweg abhanden kommen, so führt ein geheimer Internet-Agent die Polizei zum 'neuen Standort'.

1. April 2085

Gestern verseuchte ein Cyber-Virus das gesamte Internet. Heute wurden bereits die ersten 10 Millionen Chinesen - nebst Rikschas - in die Industriestaaten transportiert, um die virtuelle logistische Kette zu substituieren.

 

 

Shortstory von Elvira Schlotterback

Hilfe, meine Familie spinnt! Dass mein Mann im Krankenhaus liegt, weil er sich beim Versuch einen Bumerang zu werfen (er meinte, ein Rover-Fahrer müsse das können) ein Bein abgeschlagen hat, ist nicht so schlimm; er war in letzter Zeit sowieso immer verrückter geworden (er nannte das allerdings nicht "verrückt", sondern "nicht ganz alltäglich"). Die Kinder kommen ganz nach ihrem Vater; die 5jährige Lisa erzählt in der Kindertagesstätte, ihr Pullover sei von Rei und ihre Jeans von Henkel; außerdem küßt sie ständig Frösche, weil sie unbedingt einen goldenen Löffel haben möchte. Der 8jährige Ralf bestellt im Restaurant Unox-Suppe mit Knorr-Spaghettis; und die 13jährige Kim ißt packenweise Milchschnitte, weil sie Stewardess werden will. Sogar meine 70jährige Mutter ist nicht mehr ganz richtig im Kopf; sie hat Bleiche über ihre Arme geschüttet, um die Altersflecken zu entfernen, und sang dazu (nach der Melodie: Es gibt kein Bier auf Hawaii) "Es ist kein Chlor in der Bleiche". Mein armer Vater hingegen hat dem Reporter seinen völlig verblichenen Arbeitskittel mit der Behauptung gezeigt, der sei jetzt wirklich rein.

 

Bei Risiken oder Nebenwirkungen gehen Sie ins Internet und verklagen Ihren Arzt und den Apotheker.

 

Die amerikanische Verschwörung

oder

Die Ermordung des Klammeraffen

 

Als mich jemand am Telefon fragte, ob ich im Eistea-Bereich tätig sei, war ich verblüfft. Aber dann stellte sich heraus, daß ich mich verhört hatte. Der Anrufer war einer jener Typen, die ständig „eitie, picie, pipi“ verbal um sich werfen. Ursprünglich, zu jener Zeit als der pörrsenell Computer die deutschen Datenverarbeiter sprachlich verunsicherte, hatte ich geglaubt, es sei einfach die deutsche Nachahmungs-Dummheit, die zur Vermehrung solcher Sprachblüten führe. Aber schnell mußte ich einsehen, daß es sich um eine US-amerikanische Verschwörung handelt. Sogar die DUDEN-Redaktion wurde von US-Maulwürfen unterwandert. Nachdem ich über ein Jahrzehnt immer wieder geschrieben hatte, daß es keine Netzwerke gibt, da es sich um die falsche Übersetzung von Networks handelt, nahm die Duden-Redaktion den falschen Begriff in ihre Kochbücher auf. Und das ungeachtet der Tatsache, daß es schon seit Jahrzehnten Radio- und Energie-Versorgungs-Netze gab, die in Amerika Networks hießen, in der deutschen Sprache jedoch Netze. Den Beweis für diese Verschwörung bekam ich dann, als eMails zu einem normalen Kommunikationsmittel wurden. Zu jenem Zeitpunkt waren nämlich die meisten TV-Moderatoren schon völlig korrumpiert und sagten beispielsweise nicht Schrägstrich, sondern Slash. Dieses Schläsch hört sich so an wie der Name der Filmfigur Sledge Hammer, der bekanntlich mit einem riesigen Colt herumläuft, was jeden Psychiater zu einer entsprechenden Analyse veranlassen würde. Besagte TV-Menschen scheint allerdings niemand zu analysieren. Und so sprachen sie sie nicht vom Klammeraffen, sondern warfen den Zuschauern ein Wort an den Kopf, das wie das Kölnsche „ett“ (etwa in ett Hännesche) klingt, aber angeblich „at“ geschrieben wird. Und dabei ist jenes in eMail-Adressen enthaltene Zeichen @ in Wirklichkeit der urdeutsche Klammeraffe, mit dem der Autor beispielsweise 1960 Programme für den Gamma-10-Rechner von Bull erstellt hat. Natürlich hatten die Programmierer in den USA davon keine Ahnung (schließlich war schon Bulls Tabelliermaschine hundertmal intelligenter als IBMs Pendant); und so wählte ein US-Programmierer namens Ray Tomlinson 1972 dieses Zeichen für so etwas Ähnliches wie die heutigen eMails. Daß das Zeichen dann plötzlich nicht mehr „commercial a“, sondern „at“ hieß, liegt Gerüchten zufolge an der undeutlichen Aussprache vieler US-Amerikaner. Kein Gerücht, sondern ernsthafte Vermutung ist, daß die US-Computer-Pidgin-Lobby mit at nicht nur den Klammeraffen ausrotten will, sondern auch die Erinnerung an all die deutschen Computer-Pioniere.

Orcolix